Yevhen Konoplyanka. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
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Schalkes Konoplyanka dribbelt sich ins Abseits

Es ist eine prägende Geschichte aus der Amtszeit von Markus Weinzierl. Yevhen Konoplyanka kam auf Schalke selten zum Zug - und machte seinem Unmut in der Öffentlichkeit Luft. Eine Zukunft mit ihm ist unvorstellbar. Ein Kommentar.

Die Saison lief für Konoplyanka alles andere als nach Maß. Der Ukrainer war auf Schalke maximal ein Ergänzungsspieler. Im Laufe der Saison folgte die Nicht-Berücksichtigung für den 18-Mann-Kader. Viele Fans wunderten sich zunehmend über diesen Umstand - auch deswegen, weil die Begründung nicht offen nach außen kommuniziert wurde. Dass ein Spieler dieser Preiskategorie mit dem Wunsch zu Schalke 04 wechselt, auf dem Rasen Leistung zu zeigen, ist eine selbstverständliche Schlussfolgerung dieser schwachen Saison. Und auch dass eine gewisse Form von Frust und Unbefriedigung ensteht, ist keine Überraschung.

Frustbewältigung geht professioneller

Die Art und Weise der Frustbewältigung bleibt aber eines hochbezahlten Profis unwürdig. Sich anschließend in der Sommerpause bei heimischen Medienanstalten über den Trainer zu äußern, ihn gar als Feigling darzustellen, hat mit Professionalität rein gar nichts mehr zu tun. Es ist weder eine angemessene Reaktion noch eine zu rechtfertigende Frustattacke, die Manager Christian Heidel dementsprechend verärgerte.

Fast genau so schlimm wie das Gesagte ist jedoch seine anschließende Begründung für seine verbalen Ausfälle. Er habe den Revierklub schützen wollen. Außerdem sei für ihn klar gewesen, dass er seine Koffer hätte packen müssen, falls Weinzierl Trainer geblieben wäre. Eine Aussage, die deutlich macht, dass Konoplyanka das Ziel hatte, dem Trainer zu schaden - um seine eigene Position zu verbessern. Das ist ein egoistischer Gedanke, der alles andere als schützend für den Verein ist.

Konoplyanka hat Schalke nicht verstanden. Nicht jeder Spieler verfügt über die Gabe, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, wenn im Team aktuell gerade kein Platz mehr für ihn ist. Er missachtete jedoch nicht nur diesen Gedanken. Aus seinem "Schutzgedanken" für den Verein wurde ein Volley-Eigentor aus 20 Metern.

Falscher Verein

Aus Sicht von Neu-Trainer Domenico Tedesco ist es im Grunde eine klare Angelegenheit. Zunächst versuchte er, die Wogen zu glätten. Er habe sich bereits mit ihm getroffen und seinen Unmut zu Konoplyankas Fehlverhalten deutlich gemacht. Zudem fange selbstverständlich jeder Spieler bei "Null" an. Viel mehr als diese Aussagen blieben dem Deutsch-Italiener auch gar nicht übrig. Natürlich möchte er nicht zu Beginn den Eindruck erwecken, Spieler vorzuverurteilen, ohne sie überhaupt gesprochen zu haben.

Möglicherweise geht es trotzdem nur noch um Marktwerte. Konoplyanka die Professionalität abzuerkennen würde es schwer machen, ihn noch gewinnbringend, oder mit vertretbarem Verlust, zu verkaufen. Das wird Tedesco wissen. Trotzdem wird er sich schnell etwas einfallen lassen müssen.

Schalke ist der falsche Verein für Konoplyanka. Spieler, die sich von ihrer Laune und Tagesform leiten lassen, und dann solche Aussagen tätigen, haben in Gelsenkirchen keinen Platz. Gerade dann, wenn ein Trainer wie Tedesco viel auf Spielerchemie und Teamgeist fokussiert ist. Eine Zukunft auf Schalke ist unvorstellbar. Und die Hauptschuld dafür trägt der Ukrainer selbst.