Leon Goretzka (m.). (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Foto: Getty Images

Schalke 04 muss die Auswärtsschwäche abschütteln

Die Englische Woche des FC Schalke 04 startet mit einem Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen. Dabei möchten sie es deutlich besser als in Hannover machen. Die Personallage im Sturm wird mehr und mehr zum Dreikampf. Der Manager hat hingegen mit etwas anderem zu kämpfen.

Es war der 4. April 2017. Schalke gastiert an einem Dienstag – ebenfalls Englische Woche – in Bremen und hatte abermalig die Chance, sich nach Europa zu spielen. Ergebnis war eine krachende 0:3 Auswärtspleite im Weserstadion. Leon Goretzka erinnerte sich vor dem Spiel am Samstag an diesen rabenschwarzen Abend im April: "Unser Auftritt dort in der vergangenen Saison war mit die schlechteste Saisonleistung." Daher sei die Mannschaft bestrebt, es am Samstag besser zu machen.

Am besten mit drei Punkten, damit endgültig von einem positiven Saisonstart zu sprechen sein kann. Schließlich wollen die Schalker vor dem Duell am Dienstag gegen den vermeintlich kriselnden FC Bayern in der Tabelle vor diesen stehen. Als Favorit gehen sie dennoch nicht in jene Partie. Die Englische Woche wird komplettiert durch das Match bei Bayern-Bezwinger TSG Hoffenheim und verdeutlicht, wie kompliziert die Woche für die Gelsenkirchener werden könnte. Umso wichtiger scheint also ein guter Auftakt am Samstag in Bremen.

Trainer Domenico Tedesco äußerte sich auf der Pressekonferenz zum kommenden Gegner: "Bremen ist eine stabile Mannschaft, die auswärts und daheim zwei Gesichter zeigen kann. Sie sind daheim mit einem starken Publikum im Rücken in der Lage, noch aggressiver zu pressen und ins Gegenpressing zu gehen." Zudem stehe Werder kompakt in der Defensive und besitze ein gutes Umschaltspiel. Ein ähnlich schwieriges Duell wie in Hannover also? "Vielleicht dürfen wir mal das Spiel machen. Zugestellt wurden wir ja schon", hofft der Trainer auf eine Steigerung zum letzten Auswärtsspiel.  

Geduld ist eine Tugend

Einer der momentan mit Sicherheit mit den Füßen scharrt ist Breel Embolo. Der ehemalige Langzeitverletzte und eigentlich Schalkes Stürmer Nummer eins kann sein Comeback kaum erwarten. Samstag in Bremen wird er beim Warmlaufen wohl wieder darauf hoffen, dass seine Rückennummer angezeigt wird. Dies würde für ihn das Signal bedeuten, zur Bank zu kommen und sich auf einen Einsatz vorzubereiten. "Breels Situation hat sich zur letzten Woche wieder verbessert. Jede Woche tut Breel gut. Er gehört in den Kader. Sein erster Einsatz wird sicher bald kommen", sagte Tedesco über den Schweizer. Es ist den Verantwortlichen förmlich anzumerken, wie vorsichtig sie mit ihrem Rekordtransfer umgehen. Verständlich. Schließlich gibt der abgespeckte Kader keine großen Risiken her.

Die Personallage zum vergangenen Spiel gegen Stuttgart könnte sich nur geringfügig verändern. Franco di Santo und Guido Burgstaller haben diese Woche beide komplett mittrainiert. Vor allem der Österreicher hat seine Probleme laut Tedesco "größtenteils" überwunden. Bei Alessandro Schöpf liegen momentan keine Knieprobleme mehr vor. Zwicken tut es an anderer Stelle: "Schöpfis Knie ist sehr stabil. Es sind eher andere Kleinigkeiten, die ihn irritieren. Er hat Rückenbeschwerden. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir ihn gestern und heute aus dem Training genommen. Wir sind nun in der Diagnose und schauen was passiert", so der Deutsch-Italiener über seinen Allrounder. Der Turm der Innenverteidigung Naldo dürfte nach überstandener Erkältung gegen Bremen erneut in der Startelf stehen.

Viele Mails für den Manager

Nach den äußerst harschen Tönen aus der Nordkurve, die in Form von Plakaten seitens der Ultras Gelsenkirchen an Christian Heidel gerichtet waren, zeigt sich dieser gesprächsbereit. Seine Aussagen unter der Woche verdeutlichen, dass sich der Manager mit Kritiken durchaus auseinanderzusetzen scheint: "Das habe ich nicht nur gesagt, um Friede, Freude, Eierkuchen walten zu lassen. Ängste sind durchaus berechtigt. Mich hat das schon ein bisschen getroffen. Ich bin das Gegenteil von dem, was gesagt wurde."

Heidel betonte erneut das Vorhaben des Vereins, die Knappenschmiede durch  Investitionen nachhaltig zu stärken und die Durchlässigkeit weiter beizubehalten. Diese würden nach 15 Jahren das erste Mal in dieser Form und Höhe getätigt. "Vielleicht haben wir es nicht plausibel genug rübergebracht. Ich tausche mich gerne mit den Leuten aus, die die Plakate gemacht haben, damit ein anderes Bild entsteht", so Heidel durchaus reflektiert. Dabei erhielt der Manager auch auf andere Weise Reaktionen: "Habe nicht mehr gezählt, wie viele E-Mails ich bekommen habe."

Der Höwedes-Abgang habe die Situationen verschärft und bei den Anhängern den Eindruck erweckt, dass er die Identität Schalkes mit Absicht abgebe. Diesen Vorwurf hat Heidel jetzt zunächst mal mit Worten entkräftet. Nun wird er Taten folgen lassen wollen. Sollte der Plan der Verantwortlichen aufgehen, liegen am Ende dieser Saison vielleicht deutlich mehr gegenteilige Nachrichten im Postfach des Managers.

Und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen.