Die Mannschaft des S04 jubelt. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
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Augsburg ohne Chance: Der Druck liegt jetzt bei Mönchengladbach

Schalke 04 gewinnt verdient mit 3:0 (3:0) gegen den FC Augsburg und wendet den ganz tiefen Abstiegssumpf vorerst ab. Auf die Knappen wartet jetzt das Spiel der Saison.

Im ersten Durchgang des Spiels hätte es für Königsblau nicht besser laufen können. Ein Tor durch einen (fragwürdigen) Eckstoß, ein gehaltener Elfmeter und zwei weitere blitzsaubere Tore entschieden die Partie gegen den schwachen FCA schon nach 45 Minuten. Guido Burgstaller, abgesehen von den Toren wenig in Aktion, stand in den entscheidenden Situationen zweimal goldrichtig. In der zweiten Halbzeit war S04 erstaunlicherweise deutlich näher dran am 4:0 als die Augsburger am Anschlusstreffer. Die Einstellung stimmte wie schon zuletzt beim Remis gegen Gladbach.

Sowohl das 2:0 als auch das 3:0 zeichnete sich durch hervorragende Vorarbeit aus. Eric Maxim Choupo-Moting und Sead Kolasinac erzwangen die Tore durch individuelle Klasse und Kampfgeist bei den Assists. Max Meyer, nach dem Spiel in München noch von vielen Fans inklusive dem eigenen Trainer verteufelt, bewies diesen Kampfgeist ebenfalls, indem er seine Chance nutzte und eine ordentliche Partie ablieferte. Die blau-weiße Abwehrarbeit war zugegeben kaum gefordert, da die Augsburger keinen guten Tag erwischten. S04 sollte die (verdienten) Komplimente für diese Partie einzuschätzen wissen.

Taktisch blieb Markus Weinzierl wie schon gegen Gladbach bei seiner neuen Formation, bestehend aus einem 4-2-3-1 bei eigenem Ballbesitz. Spielerisch war nochmal eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Viele Verlagerungen, gute Kombinationen und ein druckvolles Aufbauspiel zeichneten das Schalker Spiel aus. Auch wenn die Augsburger S04 gewähren ließen: Die Systemumstellung hat vorerst funktioniert.

Der Blick auf die Tabelle verrät die Wichtigkeit des Heimsiegs. Hamburg und Wolfsburg holten ebenfalls drei Punkte. Wäre das gestern in die Hose gegangen, dann wäre der Abstiegskampf endgültig ausgerufen worden. Zum Glück bleibt der Konjunktiv, S04 kann aufatmen. Zumindest vorerst. Während viele Fans jetzt wieder ganz vorsichtig in Richtung oberes Tabellendrittel schielen, sind es bei allem Optimismus immer noch nur vier Punkte Vorsprung auf Platz 16. Der Abstand nach unten bleibt also kleiner als der Abstand nach oben. Die Gefahr bleibt bestehen.

Schalke hat keine Zeit zum Durchatmen. Am Donnerstag wartet das vorläufige Spiel der Saison im Europa League-Rückspiel in Mönchengladbach. Das Auswärtsgegentor schmerzt, hat aber zumindest einen Vorteil: Der ganz große Druck lastet jetzt auf der Borussia. Viele erwarten, dass beim Rückspiel für die Fohlenelf nicht mehr viel anbrennen wird. Von vielen wird das Weiterkommen der Fohlen fast schon vorausgesetzt. Das liegt neben dem Auswärtstor vermutlich auch an der Heimstärke der Gladbacher. Und auch das 1:2 gegen den HSV vom Wochenende sagt wegen starker Rotation und der Schonung wichtiger Spieler wenig aus. Trotzdem bleibt auf Schalke die Erkenntnis, dass das Tore schießen noch lange nicht verlernt wurde. Mindestens ein Treffer muss am Donnerstag fallen. Die druckvollen und technisch starken Angriffe aus den letzten beiden Spielen sollten der Gradmesser am Donnerstag sein. Es wird auf die Fehleranfälligkeit und die Konzentration der Mannschaft ankommen. Das 2:4 im Borussia-Park vor zwei Wochen machte das deutlich.

Es ist keine optimale Ausgangslage, in der sich S04 befindet. Auch wenn Vergleiche zwischen den beiden Vereinen müßig sind, gibt es doch eine Sache, die sich Schalke bei der Borussia abgucken sollte: Mit einem frühen Auswärtstor den Gegner früh unter Druck zu setzen wäre genau der richtige Weg. Und dann bloß nicht den Fehler zu machen, sich nach hinten fallen zu lassen. Das Rezept für das Spiel steht. Fehlt nur noch die schmackhafte Umsetzung.