Sportvorstand Christian Heidel. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)
Foto: Getty Images

Christian Heidel hat bekommen, was er wollte

Der Sportvorstand des FC Schalke 04 weilt nun seit einem knappen Jahr am Berger Feld. Er kam wegen der Herausforderung – die schlägt dem Manager nun ins Gesicht.

Schalke 04 gilt zu Recht als einer der spannendsten Fußballklubs in Deutschland. In früheren Jahren war der Verein stets sehr laut und das Wort "Chaos" kam den Beobachtern und Begleitern relativ leicht über die Lippen. Seit zweieinhalb Jahren befindet sich der S04 in Stagnation und kommt nicht vom Fleck. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sah sich gezwungen, die sportliche Führung letzten Sommer komplett auszutauschen – Schalke sollte sich positiv verändern. Mit Christian Heidel, Axel Schuster und Markus Weinzierl wolle man den Königsblauen ein anderes Gesicht verpassen.

Die Aktualität schlägt dennoch brutal zu. Unter der Schalker Oberfläche brodelt allmählich etwas. Nicht wenigen der treuen Anhänger des Klubs fällt es immer schwerer, die Geduld zu bewahren. Es mehren sich die Stimmen, die Trainer Weinzierl ins Kornfeld wünschen.

Nun stehen zwei schwere Spiele an. Das entscheidende Rückspiel gegen Ajax Amsterdam und die Bundesligapartie gegen den Tabellenzweiten aus Leipzig. Ein Ausscheiden in der Europa League am Donnerstag ist aufgrund des 0:2 im Hinspiel wahrscheinlich und dass die Bullen aus Leipzig keine Gurkentruppe haben, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein.

Es sind also zwei schlechte Ergebnisse möglich. Dann wäre eine sehr kritische Situation unvermeidbar, denn der Frust vieler Anhänger wird entsprechend riesig sein. Die Frage wird sein, wie die sportliche Führung – vor allem Manager Heidel – diese Gemengelage moderiert. Stichwort: Gutes Krisenmanagement. Aber solch eine Situation dürfte dem 53-Jährigen sicher mal durch den Kopf gegangen sein. Er wollte eine große Herausforderung, eine schwierige Aufgabe als er Mainz letzten Sommer verließ. Die hat Heidel in Schalke 04 bekommen.

Eine spannende Frage wird aber auch sein, wie die Fans reagieren werden. Bislang war der Vertrauensvorschuss in dieser Spielzeit groß genug, jegliche Krisenphasen gemeinsam zu überstehen. Ob das nach Ende dieser Woche von Seiten der Anhänger immer noch so sein wird, zeigt sich. Vielleicht schafft aber auch die Mannschaft den Stimmungsumschwung mit einem Weiterkommen in der Europa League und einem guten Ergebnis gegen RB Leipzig. Die nächsten Tage werden auf Schalke also äußerst interessant – so oder so.