Christian Heidel (l.) und Horst Heldt. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
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Hannover 96 vs. Schalke 04: Wiedersehen nach Scheidung

Den zweiten Spieltag wird der FC Schalke 04 mit dem Auswärtsspiel am Sonntagabend in der HDI-Arena gegen Hannover komplettieren. Dabei kommt es zum großen -mehr oder weniger erfreulichen - Wiedersehen mit alten Bekannten. Im Kader gibt es allerdings einige Fragezeichen.

Am morgigen Sonntagabend trifft der FC Schalke 04 auf die beiden Ex-Schalker Horst Heldt und Andre Breitenreiter. Die Königsblauen wollen den Start gegen Leipzig mit drei weiteren Punkten veredeln. Das Duell in Hannover beinhaltet bekanntlich eine brisante Vorgeschichte. Zum einen, weil sich Christian Heidel und Horst Heldt offenkundig nicht besonders gut riechen können. Zum anderen schasste Heidel den aktuellen 96-Trainer Andre Breitenreiter kurz vor seinem Start auf Schalke und verpflichtete stattdessen lieber Markus Weinzierl aus Augsburg.

Horst Heldt, sechs Jahre lang Manager der Königsblauen, musste sein Amt an Heidel übergeben, ein Fall der monatelang für Diskussionen sorgte. Diese unliebsame Verbindung dürfte das morgige Spiel umso interessanter machen. Heldt äußerte sich im Vorfeld des Spiels im Interview mit RevierSport ein wenig wehmütig, wenn er an Sonntag denkt: "Es wird ungewohnt sein, nicht mehr ein Teil von ihnen zu sein."

Christian Heidel sieht in der Partie hingegen "ein normales Fußballspiel", obwohl jedem klar sein dürfte, dass für beide ein Sieg Balsam für die Seele wäre. Eine Genugtuung aufgrund der misslungenen vergangenen Saison der Königsblauen verspürt Heldt allerdings nicht: "Ich bin weit davon entfernt, das zu bewerten. Und ich will mein Handeln nicht mehr verteidigen, das ist nicht mehr wichtig. Meine Zeit dort ist zu Ende, ich identifiziere mich jetzt mit Haut und Haaren mit Hannover 96."

Trio kämpft um Stammplatz 

Da Guido Burgstaller seine Fußprellung laut Trainer Domenico Tedesco überwunden hat und diese Woche auch wieder ins Schalker Mannschaftstraining einsteigen konnte, nimmt der Kampf um den Platz in der Sturmmitte neue Formen an. Franco di Santo, der gegen Leipzig eine engagierte Leistung zeigte, dürfte gegen Hannover wieder in der Startelf stehen und somit Burgstaller aktuell einen Schritt voraus sein.

Tedesco ist zufrieden mit dem Argentinier: "Wenn wir uns einen Stürmertypen aussuchen würden, der schnell, groß und torgefährlich ist, der vorne presst und die tiefen Laufwege sucht, dann ist das Franco Di Santo", schwärmte er jüngst gegenüber WAZ von den Qualitäten des 28-Jährigen. Bei Breel Embolo ist aufgrund der noch fehlenden Spielpraxis zunächst nur ein Platz auf der Bank wahrscheinlich. Falls er gar nicht mitreisen sollte, könnte der Schweizer erneut bei der U23 Spielminuten sammeln. Auf Tedesco warten bei der Kaderbenennung am heutigen Samstag also wieder einige knifflige Entscheidungen.

Ein letztes Mal in blau und weiß? 

Gegen Hannover könnte Benedikt Höwedes, der vor einem Blitz-Abflug zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin steht, zum letzten Mal im königsblauen Trikot auflaufen. Heidel bestätigte auf der obligatorischen Pressekonferenz am Freitag Gespräche mit Höwedes und Turin: "Ich hatte ein sehr, sehr langes Gespräch mit Benedikt Höwedes. Er hat mir gesagt, dass er sich durchaus vorstellen kann, den Verein in Richtung Turin zu verlassen." Schalke 04 stehe zudem mittlerweile mit den Italienern im Kontakt, um über einen Wechsel zu verhandeln. Ein erstes Angebot wurde bereits abgelehnt.

Eine geeignete Kulisse zur Verabschiedung von seinem Verein, dem Höwedes seit 2001 die Treue hält, wäre mit der geplanten Invasion der Schalker Fans am Sonntag in Hannover allemal gegeben.